Die Wahl eines Mundstücks ist eine bedeutende Entscheidung für den Saxophonisten… und beeinflusst maßgeblich seine Spieltechnik: Die von den Herstellern angebotenen Modelle bieten in der Regel eine Vielzahl von Konfigurationen, die alle Musiker zufriedenstellen können.
Ein Mundstück „das zu mir passt“!
Die Wahl eines Mundstücks ist oft in erster Linie eine Frage der Morphologie. Sie richtet sich nach den musikalischen Vorlieben des Instrumentalisten, vor allem aber nach dem Geschicklichkeitsniveau im Umgang mit dem Instrument!
Die „goldene Regel“ lautet jedoch vor jeder Ausrüstungsentscheidung, wenn möglich im Geschäft auszuprobieren…
Wie sieht es aus?
Das Saxophonmundstück besteht aus mehreren Teilen (siehe unten).
Die Tischplatte ist der flache Bereich, auf dem das Rohrblatt befestigt wird und der vorne mit der Öffnung endet. Das Fenster (oder Lichtöffnung) ist der offene Bereich der Tischplatte, genannt Kammer, die sich in das Bohrloch fortsetzt.
Der „Boden“ der Kammer ist die Decke.
Die Unterseite des Mundstücks nennt man Kinnauflage.

Das „klassische“ Mundstück aus Ebonit
Die am häufigsten verwendeten Mundstücke sind aus Ebonit. Dieses Material wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von den Brüdern GoodYear erfunden. Es basiert auf Kautschuk. Aus diesem Material werden übrigens auch Bowlingkugeln hergestellt!
Es ist das ideale Mundstück für Anfänger, die es mit einer kleinen Öffnung wählen, um einen einfachen Tonansatz zu ermöglichen. Die Vielfalt seiner Eigenschaften (Öffnung, Kammergröße, Deckenform) sorgt dafür, dass es auch von erfahrenen Saxophonisten geschätzt wird, die individuellere Konfigurationen für die Originalität ihres Klangs bevorzugen.
Als Beispiel nehmen wir das .072-Mundstück des Herstellers Bari.

Das Mundstück aus Harz
Harzmundstücke haben sich bei Saxophonisten etabliert. Es handelt sich meist um Phenolharz, das ein leicht spielbares Mundstück ohne übermäßige Schwierigkeiten ermöglicht.
Yamaha stattet seine Einsteigerinstrumente mit dem 4C (wie dem AS4C für Altsaxophon) aus, einem hervorragenden Kompromiss für das Lernen.
Selmer bietet das Seles Prologue-Mundstück ebenfalls aus thermoplastischem Polymer für Altsaxophon an, während der kalifornische Hersteller SR Technologies mehrere Mundstücke aus Polycarbonat im Programm hat.

Das Mundstück aus Metall
Die Entscheidung für ein Metallmundstück wird von einem Musiker geschätzt, der eine ausgeprägte Ansprache bei Transienten sucht. Das Mundgefühl ist etwas ungewohnt und kann einen Anfänger irritieren, weshalb ein solches Mundstück nicht das erste sein sollte.
Metallmundstücke haben meist eine große Öffnung, die besonders im Jazz geschätzt wird, aber ihre große klangliche Vielfalt erlaubt es ihnen, sich an alle Spielarten anzupassen, einschließlich der klassischen Musik.

Das Mundstück aus Kristall
Es ist sehr schön, aber sehr zerbrechlich! Daher wohl eher ungeeignet für Anfänger. Das Mundgefühl ist beim ersten Versuch ungewohnt, aber danach angenehm. Es bietet eine absolute Stabilität über die Zeit.
Die Hygiene ist gewährleistet, da es einfach unter Wasser gereinigt werden kann. Der Klang ist rund und voll bei sanftem Spiel, entwickelt aber einen reichen Timbre bei kräftigem Spiel.
Die Marken
Die Instrumentenhersteller sind natürlich am besten positioniert, um Mundstücke anzubieten, die ihre Instrumente ergänzen.
Selmer und seine Submarke Seles, Yamaha, Yanagisawa verfügen über einen umfangreichen Katalog mit zahlreichen Referenzen und Eigenschaften.
Vandoren, der große Hersteller von Rohrblättern, bietet ebenfalls eine recht breite Palette an.
Die Mundstücke von Meyer werden in den USA im Bundesstaat Indiana von der Firma JJ Babbit hergestellt, ebenso wie Otto Link, der besonders für seine „jazzy“ Metallmundstücke geschätzt wird.
Ebenfalls in den USA produziert D’Addario – Rico im Bundesstaat New York eine Serie von Mundstücken, die im Jazz sehr beliebt sind.
Zu erwähnen ist auch der französische Hersteller Brancher, der neben seinen Ebonit- und Metallmundstücken ein Mundstück aus Ebenholz anbietet, das in Saône-et-Loire gefertigt wird.
Außerdem seien die Marken Guardala, Jody Jazz und SR Technologies genannt.

