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Gorillaz präsentieren ihre neue Single „The God of Lying“ feat. IDLES: ein Vorgeschmack auf das Album The Mountain

Das legendäre Animationskollektiv Gorillaz setzt mit der Veröffentlichung von « The God of Lying », einem Song in Zusammenarbeit mit der britischen Punkband IDLES, ein starkes Zeichen. Dieser dritte Vorabtrack des kommenden Albums The Mountain (das am 20. März 2026 erwartet wird) erkundet hybrides Terrain: eine Mischung aus Reggae, Dub und Spoken Word.
Der gleichermaßen irritierende und fesselnde Song bestätigt den Anspruch der von Damon Albarn und Jamie Hewlett angeführten Band: die Grenzen des alternativen Pop weiter zu verschieben und sich zugleich mutigen Kollaborationen zu öffnen.

Eine überraschende und explosive Zusammenarbeit

Die Verbindung von Gorillaz und IDLES war nicht unbedingt naheliegend. Auf der einen Seite ein virtuelles Kollektiv, bekannt für seinen musikalischen Eklektizismus, seine internationalen Kollaborationen und seine unverwechselbare visuelle Ästhetik; auf der anderen eine britische Punkband mit rauem, oft wütendem Sound, angeführt von Joe Talbot.
Und doch funktioniert die Fusion. In « The God of Lying » trägt Talbot seinen Text als pointiertes Spoken Word vor, während die schwebende Stimme von Damon Albarn über einem dichten und hypnotischen Dub-Bass gleitet.

Der Song verströmt eine meditative, fast mystische Atmosphäre. Er verbindet die Codes des britischen Reggae der 80er-Jahre (Steel Pulse, The Clash zur Zeit von Sandinista!) mit der Spannung des zeitgenössischen Post-Punk. Daraus entsteht eine dichte Produktion, in der die Klangschichten wie in einem elektronischen Nebel zu schweben scheinen.

Ein globaler Sound, aufgenommen zwischen mehreren Kontinenten

« The God of Lying » entstand in mehreren Studios, von London bis Mumbai. Diese weltweite Dimension ist schon in den ersten Sekunden spürbar: Man hört Bansuri-Flöten, indische Percussion und elektronische Texturen mit asiatischen Anklängen.
Dieser multikulturelle Ansatz ist für Gorillaz nichts Neues, gewinnt hier durch die Energie von IDLES jedoch zusätzliche Tiefe.

Der Song fügt sich in einen Ansatz ein, den Damon Albarn besonders schätzt: Genres und Kontinente miteinander zu verbinden. Das Ergebnis erinnert an eine moderne Dub-Trance, in der klangliches Chaos in Balance übergeht.

Ein konzeptueller und spiritueller Song

Der Titel « The God of Lying » macht neugierig. Über die Idee eines Gottes der Lüge erkundet die Band die Themen Wahrheit, Desinformation und moderne Spiritualität.
Der Satz von 2-D, der ikonischen virtuellen Figur von Gorillaz, fasst den Ton des Songs perfekt zusammen:

« Can I tell you a secret? Doubt is very tiring, but questioning things is really good for you. »

Zweifel und Selbstreflexion werden hier zu kreativen Waffen. Der Song wirkt wie eine politische Meditation, ohne jemals moralisierend zu werden.

The Mountain: ein vielseitiges und ambitioniertes Konzeptalbum

Für März 2026 angekündigt, verspricht The Mountain, eines der gehaltvollsten Projekte von Gorillaz zu werden. Es wird ihr neuntes Studioalbum sein und laut den bereits veröffentlichten Informationen ein wahres Kaleidoskop aus Stilen, Sprachen und Kollaborationen.

Zu den bestätigten Gästen gehören:

  • Johnny Marr, ehemaliger Gitarrist der Smiths und bereits auf The Now Now ein Weggefährte von Albarn;
  • Black Thought, Rapper der Band The Roots;
  • Anoushka Shankar, Sitar-Virtuosin;
  • Omar Souleyman, syrische Ikone des elektronischen Dabke;
  • Posthume Auftritte von Tony Allen und Bobby Womack, früheren Kollaborateuren des Kollektivs.

Das Album wird Englisch, Arabisch, Hindi, Spanisch und Yoruba im Zeichen globaler Offenheit verbinden. Das Motto lautet: Vielfalt und Experimentierfreude.

Ein Album, das sich Etiketten verweigert

Die offizielle Tracklist lässt ein bewusst vielschichtiges Album erwarten. The God of Lying steht an sechster Stelle, im Zentrum des Albums, als Dreh- und Angelpunkt zwischen helleren und introspektiveren Songs.
Vor dieser Single hatten Gorillaz bereits « The Happy Dictator » (mit dem Duo Sparks) und « The Manifesto » (mit den Rappern Trueno und Proof) veröffentlicht. Diese radikal unterschiedlichen Titel kündigen ein Mosaikwerk an, in dem jede Kollaboration zu einer Facette eines stimmigen Ganzen wird.

Damon Albarn beschrieb es als eine «Klangreise durch Höhen und Abgründe» – eine Metapher, die der Titel The Mountain ausdrücklich aufgreift.

Der Einfluss von IDLES: rohe Energie in einem digitalen Universum

Der Auftritt von IDLES auf einem Gorillaz-Song bringt eine neue Intensität. Joe Talbot liefert eine fast theatralische Performance zwischen zurückgehaltener Wut und Klarheit. Seine martialische Artikulation kontrastiert mit Albarns fließender Stimme.
Diese Konfrontation symbolisiert zwei Welten: die Wut des Realen gegen die Melancholie des Virtuellen. Gemeinsam schaffen sie einen Raum, in dem Punk auf Dub trifft und Politik mit dem Groove verschmilzt.

Dieser Kontrast verleiht dem Song seine Kraft: Er grollt, er atmet, er stellt Fragen.

Eine immer immersivere Ästhetik

Visuell setzt Jamie Hewlett seine Animationsarbeit fort und verbindet 3D mit Illustration. Das für Mitte November angekündigte Video zu « The God of Lying » dürfte die Mythologie der virtuellen Gorillaz-Figuren fortsetzen: 2-D, Murdoc, Noodle und Russel sehen sich diesmal einer mystischen Kulisse gegenüber, die von asiatischen Tempeln inspiriert ist.

Diese visuelle Kohärenz, die seit über zwanzig Jahren besteht, bleibt einer der Grundpfeiler der Bandidentität. Sie ermöglicht es jedem Song, Teil eines erzählerischen Universums zu werden und weit über den Klang hinaus zu existieren.

Ein künstlerisches Wagnis statt eines kommerziellen Hits

Anders als andere radiotauglichere Gorillaz-Singles ist « The God of Lying » alles andere als ein formatierter Hit. Es ist ein langsamer, verschlungener, fast esoterischer Song.
Diese bewusste Entscheidung zeigt, dass The Mountain nicht um jeden Preis gefallen will, sondern durch seine Tiefe Eindruck hinterlassen möchte.
Für Albarn muss Musik ein Raum für Experimente und Dialog bleiben, fernab der Logik von Algorithmen.

Die Single wirkt daher wie eine Absichtserklärung: The Mountain wird keine Zusammenstellung von Kollaborationen sein, sondern ein vollständiges Werk, anspruchsvoll und ambitioniert.

Was das für die Zukunft ankündigt

Mit jeder Veröffentlichung scheint Gorillaz seine Art zu existieren neu zu erfinden. Nach der Song Machine-Phase und der Öffnung hin zu digitalem Pop markiert dieser neue Zyklus eine Rückkehr zum Organischen, zum Kollektiv, zur Reise.
Wenn das Album seine Versprechen hält, könnte es eines der prägendsten Projekte des Jahres 2026 werden – an der Schnittstelle von Reggae, Hip-Hop, Alternative Rock und World Music.

Für IDLES stärkt diese Zusammenarbeit ihren Status als generationsübergreifende Band, die mühelos vom Punk-Schrei zur Dub-Poesie wechseln kann, ohne ihre Identität zu verlieren.

Fazit

« The God of Lying » ist keine einfache Single: Es ist ein künstlerischer Vorschlag, ein klangliches und spirituelles Manifest.
Mit dieser unwahrscheinlichen Begegnung zwischen Gorillaz und IDLES liefert Damon Albarn einen seiner gewagtesten Songs seit Langem ab.
Gleichermaßen hypnotisch, politisch und mystisch ebnet der Titel den Weg für The Mountain, ein Album als Welt, ohne Grenzen und ohne Gewissheiten.

Bis zum 20. März 2026 ist eines sicher: Der Berg verspricht hoch zu werden, doch die Aussicht dürfte spektakulär sein.


Quellen:

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