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Harrison Flex-10: das Audiointerface, das deine Aufnahmen färbt

Das Wichtigste in Kürze
  • Zwei Harrison Mikrofonvorverstärker in Kombination mit zwei H-Drive-Transformatorschaltungen – von der klaren Aufnahme bis zur wärmeren Sättigung.
  • Eine Architektur mit 10 Eingängen / 12 Ausgängen in 32 Bit / 192 kHz, mit ADAT– und MIDI-I/O, damit das Setup später mitwachsen kann.
  • Konsolen-Reflexe: Harrison Hoch- und Tiefpassfilter sowie ein symmetrischer Insert-Punkt auf jedem Kanal.
  • Das Software-Bundle ist komplett, mit Harrison Mixbus 12 und dem Harrison Creator Pack – direkt nach dem Auspacken einsatzbereit.

Audiointerfaces packen wir mehrere pro Monat aus. Auf die Harrison Flex-10 haben wir aus einem bestimmten Grund gewartet. Harrison Audio ist zuerst einmal ein Konsolenname: jene Pulte, auf denen ein guter Teil der 80er gemischt wurde, Thriller inklusive. Diese Signatur nun in einem USB-C-Gehäuse auf dem Schreibtisch zu sehen, verändert die Gesprächslage.

Also haben wir das Gerät auseinandergenommen: zwei hauseigene Vorverstärker, eine Transformatorsättigung namens H-Drive, Filter aus den großen Pulten, ein symmetrischer Insert pro Kanal und eine 32-Bit-Wandlung. Wir zeigen dir, was das konkret verändert, wenn du auf REC drückst.

USB-C-Audiointerface mit 10 Eingängen / 12 Ausgängen und 32 Bit / 192 kHz Wandlung, entwickelt, um das Erbe der Harrison-Konsolen auf den Schreibtisch zu bringen.

Das Herz des Systems sind die zwei Harrison High-Performance-Mikrofonvorverstärker, gekoppelt mit zwei H-Drive-Transformatorschaltungen. Von der sauberen, detailreichen Aufnahme bis zur dichteren Sättigung: Du regelst einfach den Eingangsgain. Die zwei Hi-Z-Instrumenteneingänge auf der Frontplatte nehmen Gitarre und Bass direkt auf, ohne Gerät dazwischen.

Dazu kommen die Konsolen-Reflexe: Hoch- und Tiefpassfilter, um eine Aufnahme aufzuräumen, und ein symmetrischer Insert-Punkt pro Kanal, um einen Kompressor, einen externen EQ oder ein 500er-Modul in die Kette zu legen. Auf der digitalen Seite öffnen die ADAT-I/O acht zusätzliche Kanäle, und die MIDI-I/O steuern Synthesizer und Drumcomputer.

Zwei Hauptstereoausgänge mit eigenen Pegelreglern, zwei Kopfhörerausgänge mit hoher Stromlieferfähigkeit und ein Bundle mit Harrison Mixbus 12 plus dem Harrison Creator Pack. Aufnehmen, mischen, produzieren – ab dem ersten Einstecken.

Technische Daten – Harrison Audio Flex-10

TypUSB-C-Audiointerface
Konfiguration10 Eingänge / 12 Ausgänge
WandlungWandler 32 Bit / 192 kHz
Mikrofonvorverstärker2 Harrison High-Performance-Preamps · 2 H-Drive-Transformatorschaltungen
Instrumenteneingänge2 Hi-Z-Eingänge auf der Frontplatte (Gitarre, Bass)
Line-Eingänge2 Eingänge mit Line-Pegel
FilterKlassische Harrison Hoch- und Tiefpassfilter
Inserts1 symmetrischer Insert-Punkt pro Kanal
Hauptausgänge2 Stereoausgänge mit eigenen Pegelreglern
Kopfhörer2 Kopfhörerausgänge mit hoher Stromlieferfähigkeit
Digitale AnschlüsseADAT-I/O MIDI-I/O MIDI über 3,5-mm-TRS-Miniklinke USB-C
KompatibilitätClass Compliant unter macOS · Windows mit mitgeliefertem ASIO-Treiber
Mitgelieferte SoftwareVollversion Harrison Mixbus 12 · Harrison Creator Pack
Fazit
Stärken
  • Farbe schon bei der Aufnahme, dank H-Drive
  • Symmetrische Inserts auf jedem Kanal, bemerkenswert in diesem Format
  • ADAT und MIDI, damit das Studio wachsen kann
  • Mixbus 12 und Creator Pack inklusive
Zu bedenken
  • Zwei Preamps an Bord: darüber hinaus läuft es über ADAT
  • MIDI über TRS-Miniklinke, Adapter einplanen
  • Die Dosierung des H-Drive verlangt ein wenig Gehör

Harrison Flex-10: Preamps, die schon bei der Aufnahme Farbe geben

Das eigentliche Thema dieses Interfaces ist die Eingangsstufe. Die beiden Harrison Mikrofonvorverstärker sind mit zwei H-Drive-Transformatorschaltungen gekoppelt. Übersetzt heißt das: Du kannst eine Quelle sauber einfangen oder den Gain aufdrehen und eine dichtere, musikalischere Sättigung bekommen.

H-Drive, die Sättigung über den Transformator

Ein Transformator in einem Preamp verstärkt nicht nur. Er fügt Harmonische hinzu und rundet die Spitzen ab. Genau daraus entsteht dieser Eindruck eines „gebundenen“, schon bearbeiteten Klangs – noch vor dem ersten Plug-in.

Welche Quellen profitieren am meisten davon? Lead-Vocals, E-Gitarren, Bässe, Drumcomputer und alte Sampler. Alles, was davon gewinnt, schon am Eingang etwas mehr Dichte zu bekommen.

Zwei Instrumenteneingänge auf der Frontplatte

Die beiden Hi-Z-Eingänge liegen vorne auf der Frontplatte. Du steckst eine Strat oder eine Precision direkt ein, ohne DI-Box. In einer Session, in der du zehn Gitarrentakes hintereinander einspielst, merkst du dieses Detail schnell.

Gut zu wissen

Hi-Z steht für „hohe Impedanz“. Genau das brauchst du, um eine Gitarre oder einen passiven Bass direkt anzuschließen: ohne das verlierst du Höhen und Pegel. Die Harrison-Serie greift hier eine sehr studiotypische Logik auf, mit einer eigenen, dafür ausgelegten Eingangsstufe.

Filter und Inserts aus den Harrison-Konsolen

Die Flex-10 verstärkt und wandelt nicht nur. Sie bringt die klassischen Hoch- und Tiefpassfilter der Marke mit. Ein Hochpass beschneidet das untere Ende des Spektrums: ideal gegen Raumgeräusche, Pops und das Grollen eines vorbeifahrenden Lkw.

Der Tiefpass wiederum nimmt das obere Ende des Spektrums zurück. Praktisch, um eine zu brillante Hi-Hat zu bändigen oder eine Quelle schon bei der Aufnahme hinter eine andere zu setzen. Das Ergebnis: ein besser lesbarer Mix, ohne dass du hinterher zwanzig Spuren nachkorrigieren musst.

Der eigentliche Bonus für Hardware-Fans ist der symmetrische Insert-Punkt auf jedem Kanal. Du kannst einen Kompressor, einen externen Equalizer oder ein Modul im 500er-Format in die Kette einschleifen, zwischen Preamp und Wandler.

Pro-Tipps

Ein Insert ist keine Effektschleife wie bei einem Gitarrenverstärker. Das Signal geht nach dem Preamp hinaus, durchläuft dein externes Gerät und kommt vor der Wandlung zurück. Die Kompression ist damit fest in der Datei eingeprägt. Du sparst CPU beim Mischen, kannst aber nicht mehr zurück: bleib also zurückhaltend bei den Einstellungen.

Anschlüsse: 10 Eingänge, 12 Ausgänge und Luft nach oben

Mit ihrer Konfiguration 10 In / 12 Out und den 32-Bit-/192-kHz-Wandlern passt die Flex-10 in ein minimalistisches Setup genauso wie in eine Installation, die wächst. Ein schöner Spielraum für ein USB-Audiointerface in diesem Format.

Die ADAT-I/O bringen acht weitere Kanäle. Konkret: Du kannst einen 8-Kanal-Preamp anschließen, um ein komplettes Schlagzeug abzunehmen, oder einen Wandler weiterverwenden, der schon im Studio steht.

Die MIDI-I/O über 3,5-mm-TRS-Miniklinke steuern Synthesizer, Expander und Drumcomputer. Das Interface wird zur zentralen Schaltstelle: Audio, Digital und MIDI laufen über dasselbe Gehäuse.

Monitoring und Software-Bundle: die Harrison Flex-10 einsatzbereit

Die Abhörsektion ist für die echte Arbeit gedacht. Zwei Hauptstereoausgänge mit eigenen Pegelreglern: Du wechselst zwischen zwei Paaren Studiomonitore, um einen Mix gegenzuhören, ganz ohne zusätzliches Patchen.

Die beiden Kopfhörerausgänge sind mit hoher Stromlieferfähigkeit angegeben. Heißt: Sie behalten Pegelreserve, auch mit Studiokopfhörern mit hoher Impedanz. In der Gesangssession haben Artist und Tontechniker jeweils ihren eigenen Weg.

Softwareseitig umfasst das Paket die Vollversion von Harrison Mixbus 12 und das Harrison Creator Pack. Mixbus ist eine DAW, deren Bedienlogik der einer Konsole folgt: Busse, Sends und Gain-Staging auf einen Blick. Die Schleife ist schlüssig, vom Preamp bis zum Mix.

Der Woodbrass-Tipp

Bevor du den H-Drive voll aufdrehst, nimm zweimal dieselbe Stimme auf: einmal clean, einmal gesättigt. Hör sie im Mix ab, nicht solo. Erst da lässt sich das Korn wirklich beurteilen.

FAQ – Harrison Flex-10

Läuft die Harrison Flex-10 an Mac und an Windows?

Ja. Unter macOS ist sie Class Compliant: kein Treiber nötig, einstecken und losspielen. Unter Windows liegt ein ASIO-Treiber bei, der für eine niedrige und stabile Latenz sorgt.

Wofür ist die H-Drive-Schaltung genau da?

Der H-Drive ist eine Transformatorschaltung in der Eingangsstufe. Bei geringem Pegel bleibt er transparent und detailreich. Aufgedreht fügt er Harmonische hinzu und rundet die Transienten ab: Die Quelle gewinnt an Dichte und Charakter, noch bevor sie in deiner DAW ankommt.

Lassen sich mit der Flex-10 mehr als 10 Eingänge nutzen?

Ja, über den ADAT-Eingang, der acht zusätzliche Kanäle bringt. In der Praxis hängst du einen 8-Kanal-Preamp oder einen externen Wandler dazu und kommst auf ein Format, das für ein komplettes Schlagzeug oder eine kleine Live-Besetzung passt.

Muss man Mixbus 12 nutzen, um das Interface auszureizen?

Nein. Die Flex-10 arbeitet mit jeder Audiosoftware, die Core Audio oder ASIO unterstützt. Mixbus 12 liegt dem Bundle bei, und sein Konsolenansatz passt gut zur Philosophie des Interfaces – du bleibst aber frei, in deiner gewohnten Umgebung zu bleiben.

Sind die Insert-Punkte für ein Homestudio nützlich?

Sie werden es, sobald du eine externe analoge Bearbeitung besitzt. Ein symmetrischer Insert erlaubt es, einen Kompressor oder einen EQ direkt in die Aufnahme einzuprägen, ohne akrobatische Verkabelung. Wenn du ausschließlich mit Plug-ins arbeitest, hältst du dir damit die Tür für später offen.

Für wen ist dieses Harrison Audiointerface gedacht?

Die Harrison Flex-10 spricht vor allem eigenständige Produzenten an, Homestudio-Musiker, die den nächsten Schritt gehen wollen, und mobile Tontechniker. Kurz: alle, die Korn schon bei der Aufnahme suchen – und es ebenso in der Postproduktion weiterführen.

Sie ist auch für ein Hybridstudio schlüssig, in dem sich schnelle Takes, externe Bearbeitung und Mischen in der DAW abwechseln. Harrison zeichnet für Hardware und Software: Die Durchgängigkeit des Workflows ist real.

Eine Frage bleibt offen: Ist die Flex-10 das erste Kapitel einer breiteren Desktop-Serie bei Harrison? Angesichts der Produktlogik – Konsole, Module, Mixbus und jetzt das Interface – würde es uns nicht überraschen, wenn die Familie wächst. Wir bleiben dran.

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