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Jimmy Page und seine Gibson Doppelhals-Gitarre: Hinter einem Rock-Mythos

Manche Gitarren sind zu wahren Ikonen geworden. Im Fall von Jimmy Page ist die rote Cherry-Silhouette seiner Doppelhals-Gitarre untrennbar mit seinem Image und dem Kern von Led Zeppelin verbunden. Zwei Hälse, zwei Klangwelten, ein Musiker.
Wir alle haben dieses Bild vor Augen: Page, leicht nach vorne geneigt, ein Fuß vorn, wechselt zwischen den Hälsen, als ob die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt wären.

Heute ermöglicht Gibson, diese Magie mit der Gibson Custom EDS-1275 Signature Jimmy Page Doubleneck VOS ’69 Cherry wieder aufleben zu lassen – eine Neuauflage, die dem Modell von 1969 so treu wie möglich ist. Sie ist bei Woodbrass erhältlich, und wenn du dem Zeppelin-Aura so nah wie möglich kommen möchtest, ist das wohl einer der direktesten Wege.

Warum brauchte Jimmy Page eine Doppelhals-Gitarre?

Wenn man an Stairway to Heaven denkt, stellt man sich oft die schwebenden Arpeggien am Anfang vor, gefolgt vom elektrischen Aufstieg zum finalen Solo. Im Studio legt Page Schichten übereinander: eine 12-saitige für Klarheit, eine 6-saitige für Power, ein Solo mit bluesigen Akzenten, das für die Ewigkeit geschaffen ist. Auf der Bühne ist es ihm unmöglich, diese Klangwelten ohne eine elegante Lösung nahtlos zu verbinden.

Daher die Idee der Doppelhals-Gitarre. Ein Instrument, das einen sofortigen Wechsel zwischen folkiger Sanftheit und rockiger Intensität ermöglicht. Page erhielt 1971 eine solche Gitarre: die Gibson EDS-1275, die sofort zu seiner Geheimwaffe auf der Bühne wurde. Und über Stairway hinaus begleitete sie ihn bei The Song Remains the Same, The Rain Song, Tangerine oder kürzlich bei seinem Auftritt in der Rock & Roll Hall of Fame 2023.

Die EDS-1275: Ein Instrument, das für mehr als andere gedacht ist

Der Doppelhals könnte als bloßer Stil-Effekt erscheinen. Doch für Page ist es ein Kompositionswerkzeug. Es ermöglichte ihm, ein Stück zu betrachten, als würde er ein kleines Orchester leiten, indem er Texturen, Oktaven und harmonische Dichte abwechselte.

Dieses ungewöhnliche Design basiert auf einer einfachen Idee: dem Gitarristen zwei Klangvolumen in einem physischen Raum zu bieten, ohne die Musik je zu unterbrechen. Die 12-saitige erweitert das Spektrum, die 6-saitige sorgt für Attacke und Riffs. Auf der Bühne ist der Effekt sofort spürbar: Weite, Kraft und eine visuelle Präsenz, die sofort fesselt.

Stell dir vor, du hältst eine Gitarre, die dank 3D-Scans des Originalinstruments von Page entworfen wurde. Das ist das Präzisionsniveau, das Gibson für diese Neuauflage erreicht hat, die in direkter Zusammenarbeit mit dem Gitarristen entstand.

Das Ergebnis ist fast verblüffend: das Gefühl, an den Moment zurückzukehren, als Page seine nagelneue Gitarre bekam, vor den Tourneen, vor den ikonischen Fotos, bevor sie zur Legende wurde.

Eine treue Konstruktion, die auf Spielbarkeit ausgelegt ist

Der massive Mahagonikorpus, der dem Originaldesign treu bleibt, sorgt für eine besonders gleichmäßige Resonanz. Das verleiht den offenen Akkorden der 12-saitigen Gitarre ihre charakteristische Tiefe. Das VOS Nitrocellulose-Finish, leicht gealtert, vermeidet den „nagelneu“-Look, ohne in die Relic-Ästhetik abzurutschen. Eine dezente Eleganz, aber sehr rockig.

Die beiden Hälse, ebenfalls aus Mahagoni, wurden anhand von 3D-Scans des Page-Modells reproduziert. Ihr Profil ist nicht nur ähnlich: es ist identisch. Der 12-saitige Hals fördert breite Arpeggien und komplexe Voicings, während der 6-saitige Hals die Attacke und die nötige Geschmeidigkeit für ausdrucksstarke Soli bietet. Das Griffbrett aus indischem Palisander, die parallelogrammförmigen Einlagen, 20 Medium-Jumbo-Bünde und der 12“ Radius vervollständigen eine traditionelle und zugleich äußerst effektive Bauweise.

Bei der Hardware sorgen Kluson „double line, double ring“ Mechaniken für Stabilität – ein entscheidender Punkt, wenn man 18 Saiten mitten im Konzert zum Schwingen bringen muss. Die beiden 17° geneigten Köpfe wie beim Modell von 1969 tragen ebenfalls zum außergewöhnlichen Sustain des Instruments bei.

Die Custombucker Jimmy Page Tonabnehmer: eine klangliche Signatur

Eine Gitarre ist nie wirklich sie selbst ohne ihre Tonabnehmer. Hier hat Gibson Custombucker Jimmy Page entwickelt, ausgestattet mit Alnico 5-Magneten, um den warmen, leicht komprimierten Klang zu reproduzieren, der Pages Live-Sound ausmacht.

Am 6-saitigen Hals liefern die schwarzen Humbucker eine klare Attacke, die von nervösem Crunch bis zu gesättigten Lead-Sounds reicht. An der 12-saitigen bringen die verchromten Tonabnehmer Glanz und Weite, ideal für die kraftvollen Arpeggien von The Rain Song oder die leuchtenden Steigerungen von The Song Remains the Same.

Alles ist handverdrahtet:

  • CTS Potentiometer,
  • zeitgenössische Keramik-Kondensatoren,
  • Switchcraft Schalter.

Man findet diese Mischung aus Klarheit und Tiefe, die Led Zeppelins Konzerte prägte.

Wie Jimmy Page diese Gitarre wirklich nutzte

Am Beispiel von Stairway to Heaven ist die Demonstration perfekt. Page beginnt auf der 12-saitigen: Die Arpeggien atmen, das Klangspektrum öffnet sich, die Atmosphäre des Stücks steigt empor. Dann, ohne hinzusehen, gleitet sein Arm zum 6-saitigen Hals und das Solo beginnt. Das ist mehr als eine technische Bewegung: eine klangliche und visuelle Inszenierung.

In The Song Remains the Same nutzt er die Doppelhals-Gitarre, um schnelle Linien auf der 12-saitigen und spannungsgeladene Riffs auf der 6-saitigen abzuwechseln. Der Kontrast zwischen den beiden Klangbereichen strukturiert das ganze Stück.
Und in The Rain Song bringt die 12-saitige diese schwebende, fast orchestrale Poesie, die die Studioaufnahme nur andeutete, live aber nie vollständig reproduziert werden konnte.

Es war kein Gimmick. Es war eine Erweiterung seiner musikalischen Vorstellungskraft.

Eine Doppelhals-Gitarre spielen: ein einzigartiges Erlebnis

Seien wir ehrlich: Die EDS-1275 ist keine gewöhnliche Gitarre. Sie ist schwerer, breiter, anspruchsvoller. Aber genau das macht sie so spannend.

Die Masse des massiven Mahagonikorpus lässt sie unglaublich laut und lang klingen. Der Wechsel zwischen den Hälsen wird nach einigen Stunden natürlich, und du ertappst dich schnell dabei, Arrangements zu kreieren, die eine traditionelle Gitarre niemals ermöglichen würde.
Jeder Hals hat seine eigene Einstellung, sein eigenes Spielverhalten, seine eigene Dynamik. Es ist ein Instrument, das Zeit braucht… aber dir viel zurückgibt.

Der Vintage-Gurt, der im Gibson Custom Koffer mitgeliefert wird, sorgt für echten Komfort – ein sehr geschätztes Detail, wenn du zwei Stunden ohne Pause proben möchtest.

Warum diese Neuauflage so viel Aufmerksamkeit erregt

Weil sie nicht einfach nur eine schöne Gitarre ist. Sie ist ein echtes Stück Rockgeschichte.
Sie vereint historische Treue, Custom Shop Qualität, eine seltene klangliche Vielseitigkeit und eine unvergleichliche Bühnenpräsenz. Sie zieht sowohl Sammler als auch Gitarristen an, die ein Instrument suchen, das ihre Kreativität beflügelt.

Es ist kein einfacher Kauf: Es ist eine Begegnung.

Was man über ihre Eigenschaften wissen sollte

Um die wichtigsten Punkte zusammenzufassen, ohne dich mit technischen Daten zu überfluten:

  • Massiver Mahagonikorpus, Nitro VOS Finish.
  • Zwei Mahagoni-Hälse, Jimmy Page Vintage-Profile.
  • Palisander-Griffbrett, 20 Medium-Jumbo-Bünde.
  • Vier Custombucker Jimmy Page, Alnico 5 Magnete.
  • Handverdrahtung, CTS- und Switchcraft-Komponenten.
  • Gibson Custom Koffer, Lederriemen, Zertifikat mit signiertem Foto.

Das Ganze ergibt ein Instrument, das ebenso inspirierend wie seinem Erbe treu ist.

Fazit

Der Doppelhals von Jimmy Page ist nicht nur ein optisches Accessoire: Es ist eine künstlerische Vision, eine Art, die Gitarre als grenzenloses Erkundungsfeld zu sehen.
Diese Gibson-Neuauflage erweckt genau den Moment zum Leben, in dem Pages Kreativität auf ein Instrument traf, das all seinen Wünschen folgen konnte. Sie richtet sich sowohl an Musiker als auch an Träumer, an jene, die einen Klang, eine Geschichte oder einfach eine Emotion vermitteln wollen.

Sie zu halten bedeutet, ein ganzes Kapitel der Rockgeschichte zu berühren.
Sie zu spielen heißt zu verstehen, warum diese Gitarre auch mehr als fünfzig Jahre später noch inspiriert.

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